Phänomenologische Wege von Solco Aurig

Neben meiner mittlerweile 23jährigen musiktherapeutischen und -pädagogischen Tätigkeit beschäftigt mich immer auch der phänomenologische Blick auf die verschiedenartigen Musikströmungen des 20. Jahrhunderts. Hierbei rückte für mich mit der Zeit immer mehr die Musik Bela Bartoks in den Mittelpunkt des Interesses, da mir diese eine unerschöpfliche und bisher noch kaum erschlossene Inspirationsquelle für das Musikschaffen einerseits, aber auch musiktherapeutisches Arbeiten andererseits zu bieten scheint.

Mein besonderes Anliegen ist die phänomenologische Entwicklung einer Musiklehre der Sekund, die die herkömmliche aus dem Terzerleben entstandene Harmonielehre um eine mehr prozessuale Denk- und Erlebensweise erweitert, und damit neue Begriffe liefert die besser geeignet sind den erweiterten Tonalitätsbegriff Béla Bartóks zu erfassen, als die „Schablonen“ der überwiegend terzbezogenen Harmonielehre.

Ausgangspunkt dieser Forschung war der Impuls, die von Bartók vielfach verwendete Tonskala mit erhöhter vierter und erniedrigter siebenter Stufe, als besondere Form der Diatonik, phänomenologisch zu untersuchen. Aus dieser Arbeit ging zunächst eine vertiefte Beschäftigung mit der Diatonik im Allgemeinen hervor, die zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich differenzierter Zusammenhänge der Heptatonik mit der menschlichen Wesenheit und der Physiologie führten.

Der „Heptatonia secunda“, wie die oben beschriebene Skala auch genannt wird, gesellte sich sehr bald als echte Polarität im goetheschen Sinne die „Heptatonia tertia“ hinzu, so dass schließlich eine übergeordnete Ganzheit sichtbar wurde in der auch einerseits die herkömmliche Diatonik („Heptatonia prima“), andererseits die Ganztonleiter in neuer Beleuchtung ihren Platz fanden. In meine Arbeit flossen auch die Erfahrungen ein, die ich in der therapeutischen Praxis mit den Spiegelskalen Anny v. Langes gesammelt hatte. Analog dazu bildete ich auch in der zweiten und dritten Heptatonik Modi und Spiegelskalen, die ich aber keinesfalls als verschiedene „Tonvorräte“ im herkömmlichen Sinne verstanden wissen will, sondern als hörbar gewordene prozessuale „Kräftewirkungen“, die zunächst phänomenologisch untersucht, geübt und meditiert werden wollen, um dann ganz frei künstlerisch und vor allem auch therapeutisch gehandhabt werden zu können.

- Gerne würde ich in einen Austausch mit Menschen kommen die an goetheanistisch-phänomenologischer Arbeit an diesen Themen oder an Bartoks Musik interessiert sind.

- Für Interessierte Musiker,Therapeuten, Ärzte und Andere biete ich auch Workshops zu diesen Themen an. Bei Interesse nehmen sie bitte Kontakt mit uns auf!